[Rezension] K.A. Harrington - Bis aufs Haar

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Morgans Freund Flynn ist tot, gestorben bei einem Autounfall. Doch irgendetwas stimmt nicht. Es gibt keine Beerdigung, kein Grab, keine Aufzeichnungen über ihn im Krankenhaus. War es wirklich ein Unfall? Morgan beginnt nachzuforschen. Als sie zufällig Evan begegnet, werden ihre Zweifel immer lauter, denn Evan sieht haargenau so aus wie Flynn. Wie ist das möglich?
Ihre Suche nach der Wahrheit führt Morgan nicht nur zu den verlassenen Orten der Stadt, sondern bringt sie Schritt für Schritt auch demjenigen näher, der im Geheimen die Fäden in der Hand hält. Morgan ahnt nicht, in welcher Gefahr sie schwebt, bis es beinahe zu spät ist.Quelle: Magellan


Morgan ist mit Flynn zusammen – bis dieser vor ihren Augen von einem Auto erfasst wird und im Krankenhaus verstirbt. Es gibt keine Beerdigung (zumindest nicht in ihrer Gegend), sie hat nie die Eltern kennengelernt und weiß eigentlich auch nicht so richtig, wo er wohnte. Als sie ein Foto von ihm auf eine Plattform (ähnlich Facebook) hochladen will, meldet die automatische Gesichtserkennung, dass jemand passendes gefunden wurde. Dieser jenige ist allerdings nicht Flynn, sondern Evan, welche sich beide „Bis aufs Haar“ gleichen. Nun versucht sie natürlich herauszufinden, ob die beiden ein und dieselbe Person sind, und wenn ja: warum log Flynn sie an? Wenn nein, wieso sehen die beiden so gleich aus?


Und wieder einmal eine Rezension, die mir wirklich schwer fällt. Nicht, weil ich nicht wüsste welche Bewertung angemessen wäre, sondern eher, weil ich nun den richtigen Grad zwischen objektiv bleiben und eigenen Erlebnissen finden muss. Versuchen wir es mal…

K.A. Harrington lässt uns sehr schnell in die Geschichte einsteigen, nämlich mit dem Unfall. Es gibt keine großartige Rückblicke oder ähnliches, so dass man gar nicht so richtig weiß, wie gut die Beziehung zwischen Flynn und Morgan wirklich ist. Mir persönlich ging der Unfall, und die darauffolgende Trauer, enorm nah – ich kann allerdings nicht objektiv beurteilen, ob das am phänomenal guten Schreibstil liegt, oder eher daran, dass ich die Situation mehr als gut genug kenne (wenn auch ohne Doppelgänger). Somit hat mich das Buch vermutlich eh fertiger gemacht, als dieses bei anderen der Fall wäre. Dabei muss ich sagen, dass das Buch aber nicht vor Trauer strotzt, sondern es sich dabei eher um eine gesunde Mischung aus „darüber hinwegkommen“ und Trauer handelt, und man somit nicht die ganze Zeit mit negativen Gefühlen bombardiert wird.



Morgan war mir wirklich sympathisch und vor allem auch authentisch, ich denke ich darf mir herausnehmen zu beurteilen, dass ihr Handeln sehr gut der Situation entspricht. Sie entwickelt sich weiter und versucht, stark zu sein. Auch ihre beste Freundin Toni ist wirklich toll, wobei sie die typische gute-Laune-beste-Freundin-Haltung annimmt, die wir von vielen Büchern kennen. Das mag klischeehaft sein, aber ich fand es passend und auch noch nicht übertrieben. Evan wirkt von Anfang an sehr hilfsbereit, lieb, perfekt – eigentlich das genaue Gegenteil von Flynn, wobei ich mir bis zum Ende unsicher war, ob es nun dieselbe Person ist oder eben nicht.


Da wären wir meiner Meinung nach auch schon beim Kernstück des Ganzen: Die Spannung. Ich fand sie sehr hoch, ich habe das Buch an einem Stück durchgelesen (um dann morgens um 6 völlig übermüdet ins Bett zu wandeln). Vor allem, weil ich eben wissen wollte, ob Evan Flynn ist – dabei war mir allerdings egal, ob Flynn tot ist. Ich habe eher gehofft,  dass  Evan der richtige für Morgan sein wird. 


Die Stimmung ist oftmals sehr düster und beklemmend, ohne dabei gruselig zu wirken. Viele Schauplätze sind sogenannte „Lost Places“ – also verlassene Orte, in diesem Fall u.a. eine Minigolfbahn und ein Freizeitpark. Die Erklärung, weshalb so vieles in der Stadt verlassen ist, ist sehr schlüssig und nachvollziehbar und eigentlich für die ganze Story wichtig, auch wenn mir das erst am Ende bewusst wurde.  Zusammen mit den mysteriösen Vorfällen rund um Evan und Flynn war das sehr passend. Noch passender wird es dadurch, dass absolut jeder in der Stadt ein Geheimnis zu haben scheint, nicht immer schlimmes oder großes, aber eben immernoch ein Geheimnis. Diese Geheimnisse scheinen alle miteinander verbunden zu sein, ohne dass dieses den Leuten bewusst zu sein scheint. Immer wenn eines gelüftet wird, habe ich es mit anderen Fakten verglichen und immer wieder neue Theorien aufgestellt, ich bin allerdings nicht zu 100% auf die Wahrheit gekommen. Im nachhinein muss ich aber sagen, dass es genug Andeutungen gibt, so dass ein clevereres Köpfchen als meines vielleicht drauf gekommen wäre.


Der Schreibstil ist ziemlich Jugendbuchtypisch, sehr leicht, sehr locker  aber – Gott sei dank!- ohne komische Jugendwörter, die die Jugend heutzutage angeblich benutzt, oder es leider tun (YOLO! :D).


Das Cover hat zwar Bezug zum Inhalt und passt dementsprechend, dennoch wäre ein anderes eventuell besser gewesen. Aufgrund des Clowns könnte man einen völlig anderen Inhalt vermuten.



„Bis aufs Haar“ gehört ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern und bekommt einen Ehrenplatz bei mir. Daher volle Punktzahl und uneingeschränkte Empfehlung :)


[Rezension] Elisabeth Herrmann - Der Schneegänger

http://www.randomhouse.de/Buch/Der-Schneegaenger-Kriminalroman/Elisabeth-Herrmann/e473822.rhdhttp://www.amazon.de/Der-Schneeg%C3%A4nger-Kriminalroman-Elisabeth-Herrmann/dp/3442313864/ref=tmm_hrd_title_0

Der zweite Fall für Sanela Beara.
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ... Quelle: Goldmann



Bei „Der Schneegänger“ handelt es sich um den Nachfolger von „Das Dorf der Mörder“ – welches ich nicht gelesen habe.

Den Titel (sowie Cover) finde ich eher mäßig, nicht weil mir die Optik nicht gefällt o.ä. sondern weil es so gut wie keinen Bezug zum Inhalt hat, aber das ist mittlerweile ja eher die Regel als die Ausnahme.

www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?isbn=978-3442313860&navigationContext=book&width=610&height=390&uiTheme=b&showExtraFullScreenButton=yes&showExtraSearchButton=no&showExtraShopButton=no&showTAFButton=no&showExtraFacebookButton=no&book=no&ebook=no&audio=no&video=no&showFullScreenButton=no&search=no&buyButton=no&tellafriend=no&metadata=no&showLanguageButton=no&playAudioOnStart=no&lang=deSanela Beara ist mal eine andere Protagonistin, nicht so perfekt, aber dennoch selbstbewusst tritt sie auf. Sie ist mir äußerst sympathisch, vor allem da sie sich nicht so sehr in die Klischeekiste drängen lässt. Ebenso wichtig ist ihr Vorgesetzter Lutz Gehring – nicht ganz so sympathisch, aber die beiden sind einfach toll zusammen (wenn auch nicht immer harmonisch).

Elisabeth Hermann hat sehr auf ihre Charaktere geachtet, ihnen Leben eingehaucht und damit aber auch eine Menge Gefühle – die mir irgendwann zu viel wurden. Das ist keine Seltenheit in Büchern, das weiß ich, aber irgendwie habe ich mehr Krimi und weniger Gefühl erwartet. 

Spannungsmäßig wäre mehr gegangen, für mich gab es einige Längen, die vermeidbar gewesen wären. Abgesehen davon gibt es kleinere Nebengeschichten, die mich nicht interessieren und auch nicht wichtig sind und somit eher als vergeudete Lesezeit anzurechnen sind. Hinzu kommt, dass die Story und der Schreibstil auf mich zu soft wirkten, ein wenig mehr nun, Gewalt?, hätte nicht geschadet. Ich bin zwar kein Freund von zu viel Gewalt, und Blut und was nicht alles, aber ein wenig gehört einfach zu dem Genre dazu. 

Der Schreibstil selbst ist sehr angenehm und gut zu lesen. Ich hätte mir mehr Details gewünscht (immer dann, wenn es zur Sache gehen müsste). Prinzipiell ist das aber meckern auf sehr, sehr hohem Niveau, denn so schlimm, wie es sich anhört ist es bei weitem nicht. Und wer einen Krimi sucht, der nicht nur aus Blut besteht sollte es sicherlich mal mit „Der Schneegänger“ probieren – das sollte dann gefallen, vorrausgesetzt, derjenige steht auch auf Gefühlsgeduselei. :D

Prinzipiell hat mir das Buch nicht so schlecht gefallen, wie es sich oben liest. Dennoch gab es einiges was mir nicht so gefiel, weshalb es diesmal von mir nur 3 Sterne gibt.

[Rezension] Dr. Med. Michael Nehl - Die Alzheimer Lüge

http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Alzheimer-Luege-Die-Wahrheit-ueber-eine-vermeidbare-Krankheit/Michael-Nehls/e453564.rhdhttp://www.amazon.de/Die-Alzheimer-L%C3%BCge-Wahrheit-vermeidbare-Krankheit/dp/3453200691

Alzheimer ist kein Schicksal.
Ist Alzheimer tatsächlich eine unvermeidliche Alterserscheinung, wie uns allenthalben erzählt wird? Nein, sagt der Mediziner und Molekulargenetiker Michael Nehls. Es handelt sich um eine Mangelerkrankung – und die lässt sich nicht medikamentös therapieren, aber vermeiden! Anhand von neuesten Studien belegt er: Ursachen sind zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und fehlende menschliche Wärme – kurz: unser heutiger Lebensstil. Eine bahnbrechende Erkenntnis, die unser Leben nachhaltig beeinflussen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, liegt heute bei über 50 Prozent, Tendenz steigend – eine schockierende Prognose! Seit Jahren wird uns weisgemacht, diese neue Volkskrankheit sei eine Begleiterscheinung der steigenden Lebenserwartung. Hinter dieser Irreführung verbergen sich jedoch milliardenschwere Interessen, allen voran die der Pharmaindustrie, sich zur einzig möglichen Retterin unseres angeblich unvermeidbar zugrunde gehenden Verstandes zu stilisieren. Dr. med. Michael Nehls entlarvt dieses Lügengebäude und erklärt, wie Alzheimer wirklich entsteht: Er zeigt, dass nicht Medikamente, sondern nur gezielte Vorbeugung und gesunde Lebensführung vor dieser furchtbaren Zivilisationskrankheit schützen können. Mit zahlreichen konkreten Tipps und Ratschlägen. Fundiert, aufklärend und aufrüttelnd! Quelle: Heyne



Ich finde, dass der Titel zu hart klingt – beinahe wie eine paranoide Theorie, was so nicht zutrifft. Es handelt sich vielmehr um ein Sachbuch, welches auf mich sehr fundiert und wissenschaftlich wirkt, ohne dabei schwer lesbar zu werden. Somit sollen vermutlich auch Ott-Normal-Verbraucher angesprochen werden, die die wissenschaftliche Sprache inkl. den Fachbegriffen nicht beherrschen. Aber der Titel ist wirklich enorm unglücklich gewählt.


In erster Linie möchte uns der Autor vermitteln, dass Alzheimer kein –im Alter – notwendiges Übel darstellt sondern sehr wohl verhindert werden kann, in dem man seinen Lebensstil gesünder führt. Dieses „beweist“ er mit Forschungsergebnissen, welche ich sehr interessant fand. Auch andere Krankheiten werden angesprochen und bis zu einem gewissen Grad erläutert, dazu gehören z.B. Diabetes oder Bluthochdruck, also durchaus sehr weit verbreitete Krankheiten. In Erster Linie versucht Nehl bewusst zu machen, dass vieles mit der richtigen Ernährung zu verhindern wäre. Dabei bleibt er nicht oberflächlich, sondern erklärt genau was und warum für uns nicht gut ist. So kann er uns zwar nicht sagen, wie man bereits ausgebrochenes Alzheimer aufhält, aber immerhin, wie wir hervorragende Chancen schaffen können um eben gar nicht erst daran zu erkranken. Mal unter uns: wer will das auch schon freiwillig?


Prinzipiell kann man das Buch durchaus als Ratgeber verstehen – eben um das erkranken zu verhindern. Aber ob man das wirklich richtig verhindern kann bezweifle ich sehr stark, denn ich denke nicht, dass jeder Alzheimer-Erkrankte sich sein Leben lang schlecht ernährte, gestresst war und sich kaum bewegte. Sicher gibt es den einen oder anderen Fall wo man es tatsächlich verhindern könnte – aber ich glaube eben nicht so extrem, wie der Autor es meint. Ich glaube dass es dann schon viel bekannter wäre. Und genau das stört mich extrem.



Dieses Buch ist besonders für all jene geeignet, die entweder nun neugierig geworden sind oder sich mehr mit dem Thema Alzheimer beschäftigen wollen, zum Beispiel weil ein Verwandter daran erkrankt o.ä.