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[Rezension] Luana Lewis - Lügenmädchen

http://www.amazon.de/L%C3%BCgenm%C3%A4dchen-Psychothriller-Luana-Lewis/dp/3442313848/ref=cm_cr_pr_product_tophttp://www.randomhouse.de/Paperback/Luegenmaedchen-Psychothriller/Luana-Lewis/e461593.rhd

Eines Abends steht sie einfach vor der Tür. Und sie wird so lange bleiben, bis sie alles zerstört hat.
Stella lebt völlig zurückgezogen in einem luxuriösen, einsam gelegenen Haus in der Nähe von London. Sie hat es kaum verlassen, seit sie nach einem traumatischen Ereignis an Panikattacken leidet. Eines kalten Winterabends steht überraschend ein völlig durchgefrorenes junges Mädchen vor ihrer Tür und bittet um Einlass. Alles in Stella sträubt sich, aber die Gestalt macht einen so hilflosen Eindruck, dass sie schließlich widerwillig die Tür öffnet. Sie bereut es schnell, denn von dem Mädchen scheint eine merkwürdige Bedrohung auszugehen. Und dann beginnt Blue, Geschichten zu erzählen, die Stella zutiefst verstören. Ist das Mädchen eine Psychopathin? Oder sagt sie gar die Wahrheit? Stella weiß nicht mehr, was sie glauben soll, sie weiß nur eines: dass sie entsetzliche Angst hat ...


Stella, im übrigen unsere Protagonistin, lebt mit ihrem Mann ziemlich abgeschieden in der Gegend um London. Sie wird von Panikattacken heimgesucht, so dass sie das Haus so gut wie nie verlässt, bis plötzlich ein Mädchen vor ihrer Tür steht und hereingelassen will. Stella will natürlich nicht, aber es ist schließlich kalt und das Mädchen wirkt verstört (wie sollte es anders sein?^^). Und, natürlich: sie öffnet. Auf jeden Fall ist das Mädchen nicht koscher und scheint eine Menge Geheimnisse zu haben und sich in Lügen zu verstricken. Viel mehr mag ich aber gar nicht verraten.

Ich hatte mal wieder Lust auf einen schönen Thriller. Der Titel „Lügenmädchen“ sprach mich direkt an, auch der Klappentext tat danach sein Übriges. Beim lesen dachte ich allerdings so manches Mal, dass ich vorher wohl lieber die Leseprobe hätte lesen sollen. Aber eigentlich hätte mir das nicht viel gebracht, denn der Anfang sowie der Schreibstil sind nicht schlecht.

Erst einmal mehr zum Schreibstil, bevor ich darüber schwadroniere, weshalb ich so zweifelte. Es gibt verschiedene Handlungsstränge und Zeiten, womit ich ja immer anfangs meine Probleme habe. Das ging aber nach sehr kurzer Zeit völlig in Ordnung und stellte somit auch kein Problem mehr dar. Aber muss man einfach mögen, finde ich. Luana Lewis schreibt ziemlich trocken, nicht besonders detailliert, aber ausreichend, einfach trocken weg. Das fand ich gar nicht so übel, da dürft ihr mich nicht falsch verstehen, ich finde es manchmal echt passend, wenn ein Psychothriller trocken geschrieben ist. Leider konnte es das Buch für mich aber auch nicht so richtig retten. Denn das wichtigste blieb für mich auf der Strecke: die gottverdammte Spannung! Der Anfang war echt okay, beim Mittelteil kamen mir die ersten Zweifel und das Ende habe ich zwischenzeitlich einfach nur noch herbeigesehnt. Es war interessant, aber nicht spannend. Und keineswegs die Spannung, die ich bei einem THRILLER erwarte. Es war eher so eine Spannung, wie man bei einem Liebesroman erwartet, man weiß was passiert und liest es trotzdem. Es vertreibt einem die Zeit, man liest es locker weg, aber es bleibt definitiv weder im Gedächtnis noch steigt der Adrenalinspiegel nennenswert. 

Stella ist für mich ein sehr, sehr merkwürdiger Mensch. Ich mag Leute, die einen an der Klatsche haben aber sie wirkte auf mich manchmal echt widersprüchlich. Mal naiv, mal übervorsichtig, das passt einfach nicht. Sie entwickelt sich nicht großartig weiter, das ist auch okay, aber irgendwie konnte sie mich einfach nicht vollends überzeugen. Das „Mädchen“ fand ich da schon überzeugender, wobei ich da ja jetzt nicht viel zu sagen darf.^^



Auch wenn sich die Kritik vernichtend anhört, so habe ich mich immerhin so unterhalten gefühlt als wenn ich einen Liebesroman lese. Leider mag ich Liebesromane nicht… ;-) Menno, ich hab mich SO auf das Buch gefreut. Wenigstens gab es Psycho ohne Thriller!


[Rezension] Nick Louth - Die Suche

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/die-suche-9783548287362.htmlhttp://www.amazon.de/Die-Suche-Thriller-Nick-Louth/dp/3548287360/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1431640496&sr=8-1&keywords=nick+louth

In Amsterdam sterben Menschen. Jeden Tag werden es mehr. Malaria breitet sich in der Stadt aus, übertragen von gezielt ausgesetzten Mücken. Eine könnte helfen: Die Wissenschaftlerin Erica Strout-Jones steht kurz vor dem Durchbruch in der Malaria-Forschung. Doch sie ist spurlos verschwunden - alles deutet auf eine Entführung hin. Ihr Freund Max Carver sucht in der Amsterdamer Unterwelt nach ihr. Max muss wissen, woran Erica zuletzt gearbeitet hat, nur so lässt sich die Katastrophe aufhalten. Seine Suche führt ihn immer tiefer in Ericas Vergangenheit. Was hat sie in den 90er Jahren in Afrika gemacht? Und was hat das mit der Malaria-Epidemie zu tun? Max muss feststellen, dass er Erica kaum gekannt hat, denn was er über sie herausfindet, ist lebensgefährlich ...


„Die Suche“ wird als Thriller bezeichnet, aber ich finde, dass „Dystopie“ irgendwie auch ganz gut gepasst hätte. Mich würde es nicht wundern, wenn wirklich irgendwelche Wissenschaftler gerade versuchen, derartige Mücken (oder anderes Getier) zu züchten. Ist doch ne prima Biowaffe, die man auch so schnell weder vorahnen noch ausrotten könnte. Und genau wegen diesem Gedanken hat mir das Buch auch sehr gut gefallen. Ich mag es ja, wenn ein Thema behandelt wird, das zwar nicht gewöhnlich ist, aber dafür trotzdem realistisch sein könnte. Und dies ist für mich hier gegeben. Die Spannung war daher sehr hoch, mit kleineren Ausfällen,  ich misstraute so ziemlich jedem (hey, wer weiß?) und hatte zig tausend Vorahnungen, Vermutungen und was-weiß-ich-alles um am Ende immerhin halbwegs richtig zu liegen. Das stört eventuell einige, aber mich nicht, ich fühlte mich in dem Fall eher bestätigt. :D


Der Lobeshymne zum trotz gibt es auch Punkte, die mir weniger gefielen. So wirkten einige Morde einfach zu konstruiert, zu gewollt, als wenn sich der Autor dachte: wenn Thriller draufsteht, muss es auch drin sein. Manchmal wäre weniger dann eben doch mehr. Ich könnte mir vorstellen, dass es viele Genrefans gibt, die nicht ganz meiner Meinung sind, was die Spannung angeht. Es wird viel beschrieben, erklärt, vermutet – genau das, was ich eben an Dystopien mag. Aber es ist ja keine, und daher kann das für einige zu viel sein und eher langweilig wirken.


Was die Protagonisten angeht, weiß ich nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Ich traute niemanden so wirklich, Hauptperson hin oder her. Ich konnte keinen einschätzen, es gab viele Widersprüche in den Persönlichkeiten. Das ist schade, denn Bücher leben ja eigentlich von ihren Personen.


Der Schreibstil ist okay, nicht schlecht, aber auch nichts Überragendes. Immerhin gab es einige wissenschaftliche Aspekte, die mir zeigten, dass der Autor recherchiert hat.  Die Story wird uns von einem allwissenden Erzähler präsentiert, das war eine gute Entscheidung.


Ich tu mich mit der Bewertung schwer, denn wenn ich es als Thriller bewerten muss, würde ich höchstens 3 Eulen vergeben. Nach meinem persönlichen Geschmack kommen wir aber immerhin auf 4,5 Eulen. Was für euch zutrifft müsst ihr nun selbst entscheiden, so einen Fall hatte ich auch noch nicht.

[Rezension] Samuel Bjork - Engelskalt

http://www.randomhouse.de/Paperback/Engelskalt-Thriller/Samuel-Bjork/e458840.rhdhttp://www.amazon.de/Engelskalt-Thriller-Samuel-Bj%C3%B8rk/dp/3442482259/ref=cm_cr_pr_product_top


 Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde und ein Schild um den Hals trägt: „Ich reise allein.“ Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen, um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde – und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird ...


Der Schreibstil erinnert mich mal wieder an skandinavische Thriller, was ja gar nicht so verkehrt ist. Allerdings kommt die skandinavische Atmosphäre doch relativ wenig auf. Die Perspektive wechselt ständig, was ich als abwechslungsreich empfinde, auch wenn ich so manches Mal ganz schön durcheinander kam.  Sie gehören alle irgendwie zusammen, aber irgendwas passt da nicht, ich kann es aber leider nicht so richtig beschreiben. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass das auch Absicht ist, um mich als Leser zu verwirren oder sogar falsche Fährten zu legen. Dennoch herrscht eine unglaubliche Spannung, wozu die verschiedenen Handlungsstränge sicherlich ihr übriges geben. Bjork legt ein schnelles Tempo an den Tag, bei welchem man kaum Zeit findet aufzuatmen aber so auch die Spannung sehr aufrechterhält.  Dieses schnelle Tempo macht sich allerdings erst nach einigen Seiten bemerkbar, denn der Anfang ist doch sehr Einleitungslastig. Klar, das hilft um sich zurecht zu finden, aber manchmal ist weniger mehr. Trotz konstanter Spannung hatte ich immer das Gefühl, dass da mehr kommen muss, ich erwartete einfach mehr und die Erwartungen verpufften einfach, weil eben nicht so viel passierte wie erwartet. 


Generell schreibt der Autor sehr detailreich, ich persönlich mag es in diesem Genre mit weniger Details, zumindest bei manchen Dingen. Auf der anderen Seite hilft es natürlich auch, mithilfe von schlimmen Details die Leser bei Laune zu halten – ein Zwiespalt also. 


Bjorks Stärke scheint die Charakterisierung seiner Protagonisten zu sein, denn diese empfand ich einfach als großartig, und das obwohl sie eigentlich völlig dem Klischee entsprechen. Sie haben trotzdem das kleine, gewisse  Etwas das mit einfach gefiel. Manchmal kann man das Rad einfach nicht neu erfinden.

Das Ende empfinde ich als etwas enttäuschend. Okay, es wurde soweit alles geklärt, aber es gibt dennoch Fragen worauf ich gerne Antworten hätte. Ebenso kamen plötzlich Dinge zu kurz, die vorher noch wichtig erschienen. Ein paar weniger Seiten am Anfang und dafür ein paar mehr am Ende hätte mir gefallen.



Im Grunde also ein typischer Thriller, welcher zwar nicht durch überragende Einfälle überrascht aber dennoch sehr solide und gut zu lesen ist. Mir fehlte das gewisse Etwas, der große Knall sozusagen, aber alles in allem gefiel es mir trotzdem gut.



[Rezension] Ramon Maria Winter - Bringt sie zum Schweigen

http://www.scylla-verlag.de/buecher/bringt-sie-zum-schweigen/http://www.amazon.de/Bringt-Schweigen-Ramon-Maria-Winter/dp/3945287006/ref=tmm_pap_title_0http://www.bloggdeinbuch.de/
 Eine Reihe blutiger Vorfälle versetzt das verschlafene Nest Whispertal in Angst und Schrecken. Als es erste Todesopfer gibt, bricht unter den Bewohnern Panik aus. Der Landarzt Nordström versucht auf eigene Faust den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Doch er legt sich mit den falschen Leuten an und wird zum Gejagten. Die Welle der Gewalt breitet sich unaufhaltsam aus und die Polizeichefin Betty Jäger beginnt zu ermitteln. Dabei riskiert sie mehr als einmal ihr Leben, um Nordström aus der Schusslinie zu bringen.


Ich bin davon ausgegangen, dass mich ein typischer Thriller erwartet, das ist nicht so, sondern noch viel, viel besser!


Die Spannung ist wirklich überragend. Bereits nach wenigen Seiten wurde ich in den Bann gezogen. Man spürt einfach, dass da etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht und mag wissen, was da los ist. Danach wird es aber immer und immer spannender, was total toll ist. Es gibt keine Längen, keine störenden Ereignisse, es geht einfach durchgehend zur Sache. Dennoch gibt es einiges, was vorhersehbar ist.


Der Schreibstil ist gut und lässt sich flüssig lesen. Sollte es sich wirklich um ein Erstlingswerk handeln, und nicht ein Autor unter anderem Pseudonym, dann ist das eine wirklich reife Leistung. Aber selbst wenn das mit dem Pseudonym stimmt, wäre es sehr gut. Ich war seeeehr positiv überrascht. Es gibt leider viele Zufälle und Dinge, die so einfach nicht passiert sein könnten, aber aus irgendeinem Grund hat mich das überhaupt nicht gestört. Ich kann mir aber vorstellen, dass es andere stören könnte, daher erwähne ich es mal vorsorglich. 

Die Stimmung ist teilweise irgendwie düster, wobei das nicht das perfekte Wort dafür ist – vielleicht bedrohlich? Ja, ich denke bedrohlich passt sehr gut.

Nordström und Shooter sind zwei tolle Protagonisten. Sie sind authentisch, sympathisch und haben einen völlig eigenen Charme. Beide haben ihre eigene, sehr gut ausgebaute Art und gefielen mir auf Anhieb hervorragend gut. Und so verschieden sie auch sein mögen, sie passen trotzdem total gut zusammen.


Ein grundsolides Erstlingswerk, bei dem ich mir beinahe keine Verschnaufpause gönnen konnte. Das hab ich nicht so oft – daher volle 5 Eulen von mir! :-)