»Ich habe Halluzinationen«, beichtet Lina ihrer besten Freundin. »Ich sehe manchmal schwarzen Nebel.« Lina hat sich vor kurzem gemeinsam mit Angie an der Universität Trier für Psychologie eingeschrieben – gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Familie, die Berlin oder Leicester als Studienort vorzogen. Bald begreift sie, dass es nicht bei schwarzem Nebel bleibt – immer häufiger sieht sie die Gefühle der anderen Menschen! Die äußerst nützliche Gabe bringt die Freundinnen bald in erste Schwierigkeiten. Als Lina begreift, warum sie besser nicht nach Trier gekommen wäre, ist es vielleicht zu spät … und da ist dann noch Leo …

Ich kam wirklich sehr schnell und gut in die von Mella Dumont erschaffene Welt rein, was wohl ein gutes Zeichen sein wird. Lina und ihre beste Freundin Angie waren mir sehr sympathisch und wirkten auch authentisch, was das lesen sehr erleichterte. Bei Leo weiß ich aber nicht so recht, was ich von ihm halten soll. Man vertraut ihm total schnell und genau das kann einem zum Verhängnis werden. Ich hätte mir gewünscht, dass Lina ihm weniger schnell vertraut und sein Verhalten mehr hinterfragt, denn das hätte ich als realistischer empfunden. Dabei wäre aber auch die Gefahr entstanden, dass das Buch unnötig in die Länge gezogen wird. Prinzipiell sind die Charaktere aber gut ausgebaut, wenn auch Klischeemäßig.
Die Idee der Story finde ich super und habe ich so noch nicht gelesen, auch wenn mich vieles seeeeeehr stark an die Bookless Trilogie erinnert. Die Umsetzung finde ich aber gut gelungen. Ich finde, dass der Schreibstil nicht im besonderen Maße bildgebend ist, also viele Beschreibungen vorhanden wären, aber ich finde auch, dass Mella Dumont es genau richtig gemacht hat: Es ist weder mit Beschreibungen vollgepackt, noch fehlte mir etwas. Die malerische Kulisse Triers konnte ich mir gut vorstellen, auch wenn ich dort noch nie war. Ganz toll finde ich auch, dass immer, wenn man denkt, dass es endlich mal wieder Zeit für ein wenig Action wäre, auch wieder etwas Action ins Spiel kommt. So wird das Ganze nie langweilig.
Alles in allem ist Himbeermond eine schöne Geschichte, die mir sehr gefallen hat.
April 1944- In Europa tobt der Zweite Weltkrieg. Ein einziges Ereignis kann diesen Krieg entscheiden: Die Landung der Alliierten. Doch wo wird diese Landung stattfinden? Die britische Regierung tut Alles, um zu verhindern, dass die Deutschen das erfahren. Nur ein einziger Mann, der skrupellose deutsche Spion „Die Nadel“ findet heraus, was die Alliierten verbergen. Er macht sich auf den Weg um dieses Wissen nach Deutschland zu tragen. Eine Hetzjagd beginnt, bei der ihm letztendlich nur noch eine junge Frau im Weg steht. Wird es ihr gelingen ihn aufzuhalten?
Ken Follett wurde 1949 in Wales geboren und wohnt mit seiner Frau heute in London. Berühmt wurde er mit seinem 1978 erschienenen Thriller „Die Nadel“, der 1981 auch verfilmt wurde. Er schreibt vor allem Thriller, aber auch seine historischen Romane „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ sind sehr bekannt.
Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Handlungsstränge.
Zum Einen wird die Geschichte der jungen Lucy erzählt. Zu Kriegsbeginn heiratet sie den Piloten David, für alle scheinen die beiden ein Traumpaar zu sein. Auf dem Weg in die Flitterwochen erleiden die beiden jedoch einen schweren Unfall, bei dem David seine Beine verliert. Dadurch ist er für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt. Als die beiden realisieren, dass sein Traum ein Flugzeug gegen die Deutschen zu fliegen, niemals wahr werden wird, ziehen er und seine schwangere Frau auf eine kleine Insel vor der schottischen Küste. Auf dieser Insel wohnen außer ihnen nur ein paar Schafe und ein alter Hirte. Trotz der scheinbaren Idylle vereinsamt Lucy zunehmend, denn David, unzufrieden mit seiner Situation, zeigt keinerlei Interesse mehr an seiner Frau.
Der zweite Hauptcharakter ist der Spion Henry Faber, ein persönlicher Freund Hitlers. Er ist absolut skrupellos und tötet jeden, der sich ihm irgendwie in den Weg stellt. Dafür ist er immer mit einem Stilett bewaffnet, das ihm den Spitznamen „Die Nadel“ eingebracht hat. Seit Jahren ist er gut getarnt in Großbritannien unterwegs. Als Angler verkleidet schleicht er sich auf geheimes Gebiet der britischen Regierung, wo er entscheidende Hinweise dafür entdeckt, dass die Alliierten in der Normandie landen werden. Doch wie wird er diese Information an Hitler weiterleiten? Ein Funkspruch könnte schließlich abgehört werden und dann wüssten die Briten, was er herausgefunden hat. Er entscheidet sich selber mit einem U-Boot, das vor der schottischen Küste auf ihn wartet, nach Deutschland zu reisen. Bis dahin liegt aber noch ein beschwerlicher Weg vor ihm, auf dem er der Polizei immer nur um einen kleinen Schritt voraus ist. Mitten in einem Sturm landet er schließlich auf der Insel auf der auch Lucy wohnt, die sich sofort in ihn verliebt.
Mehr verrate ich euch auch erst mal nicht. Wird Lucy bemerken, wer ihr Geliebter wirklich ist? Schafft sie es ihn aufzuhalten oder bringt er die entscheidenden Informationen nach Deutschland?
Als ich das Buch einmal angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist wahnsinnig spannend und durch den Schreibstil von Ken Follett kann man sich alle Charaktere sehr gut vorstellen. Dass die Geschichte im Grunde auf wahren Begebenheiten beruht, macht das alles noch besser. Ein wenig historisches Interesse ist, wenn man das Buch liest, auf jeden Fall gut. Man braucht sich davon, dass es in der Vergangenheit spielt, aber auch nicht abschrecken lassen: Ihr müsst kein Vorwissen haben um „Die Nadel“ zu lesen, denn im Vordergrund steht die Geschichte von Henry Faber und Lucy.
Mein Fazit: Von mir gibt es fünf Leseeulen – Ken Follett ist zu Recht mit diesem Buch berühmt geworden.
Diese Gastrezension wurde von Simone verfasst :-)