[Hörbuchrezi] Julia Engelmann - Eines Tages, Baby

http://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Eines-Tages-Baby/Julia-Engelmann/e472997.rhdhttp://www.amazon.de/Eines-Tages-Baby-Poetry-Slam-Texte-Poetry-Slam-Smash-Hit/dp/3844517049/ref=tmm_abk_swatch_0?_encoding=UTF8&sr=&qid=

 »Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.« Julia Engelmanns Slam »One Day« hat über Nacht eine Welle der Begeisterung ausgelöst und Millionen Fans im Netz gefunden. Ihre Message, Träume endlich in die Tat umzusetzen, trifft den Nerv der Zeit. Denn in jedem von uns steckt so viel mehr! Mal zart, mal kraftvoll und immer berührend, ruft Julia Engelmann dazu auf, mutig zu sein, das Glück zu suchen und das Leben zu leben, bevor es zu spät ist: »Los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen!«



Beinahe jeder der Julia Engelmann kennt wurde wohl durch den Peotry-Slam „Eines Tages, Baby“ auf sie aufmerksam geworden. So auch ich, das Video auf Youtube hat mich sehr berührt, so dass ich mich wirklich freue euch heute das dazu passende Hörbuch näher zu bringen.

Der Titel ist klug gewählt, denn wie bereits gesagt kennen diesen sicherlich einige (wenn nicht, nachholen! :D).

Julia Engelsmann Texte sind einfach unheimlich sympathisch und lebensnah. Sie beschreibt Situationen und Gefühle, die die Meisten von uns kennen werden auf so berührende Art, dass man sie einfach nur mögen muss. Gleichzeitig wirkt sie dabei unheimlich erwachsen, dabei ist sie gerade einmal 22 Jahre alt – genauso alt wie ich übrigens. Ich habe keine Ahnung, woher sie ihre Weisheit nimmt. Dabei hat sie auch noch das Talent, ernsthaftere Themen auf eine grandiose Art und Weise rüberzubringen, einen dabei sehr zum Nachdenken anzuregen ohne dabei allzu deprimierend zu wirken. Zwischendurch war auch mal ein Poetry-Slam dabei, bei dem ich sehr schmunzeln musste. 


Es gibt zu viel zu tun,
meine Listen sind so lang,
ich werd das eh nie alles schaffen,
also fang ich gar nicht an.



Im Grunde behandelt sie viele Themen, die für uns alltäglich sind und somit vielleicht auch nicht besonders wirken. Sie gibt aber ebenso Denkanstöße, nicht alles selbstverständlich zu nehmen und dass man vielleicht auch an sich selbst arbeiten muss, um etwas zu erreichen. Genau damit erwischte sie mich das ein oder andere Mal, ich hatte fast schon das Gefühl, dass sie einiges nur für mich geschrieben hat und mich wie ihre eigene Westentasche kennen würde.

Ich habe keine bessere Hälfte
 und keine Schokoladenseite, 
ich hab’ keine Macht, 
kein Titel, 
kein Tattoo
 und keine Lieblingskneipe.
 Ich hab’ kein gutes Bauchgefühl,
 weil ich’s oft mit Hunger verwechsel’ 
und kein gutes Ordnungsempfinden, 
obwohl ich Ordnung sehr schätze.


Es gibt 14 verschiedene Poetry-Slams, welche mal humorvoll, mal nachdenklich sind und zusammen eine perfekte Mischung ergeben. Allesamt werden sie von Julia Engelmann selbst vorgetragen, die einzig sinnvolle Entscheidung. Schade finde ich allerdings, dass sie eher vorliest, als vorträgt wie in ihren Videos.



Übrigens, ich bin kein Gedichtefreund, im Gegenteil, und trotzdem liebe ich es!



Das Video, worauf ich mich bezog:


[Rezension] Cammie McGovern - Amy & Matthew

http://www.amazon.de/Amy-Matthew-schon-normal-Roman/dp/3453269160/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430943406&sr=8-1&keywords=amy+matthewhttp://www.randomhouse.de/Buch/Amy-Matthew-Was-ist-schon-normal-Roman/Cammie-McGovern/e441348.rhd

Die Geschichte einer großen Liebe, die sich gegen alle Widerstände behauptet
Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?


Wie beim dem Titel nur schwer zu erkennen ist, handelt dieses Buch um Amy und Matthew. Amy hat mit einer Behinderung zu kämpfen, sie sabbert, kann nicht wirklich reden und leidet unter spastisches Zuckungen. Doch wenn man bedenkt, wie schwer ihr das fallen müsste, kommt sie damit überraschend gut mit, denn sie ist ein starkes, selbstbewusstes Mädchen und lässt sich so schnell nicht unterkriegen. Wie man sich denken kann, hat sie keine Freunde – bis Matthew in ihr Leben tritt. Matthew ist ein außergewöhnlicher Junge, der nicht die übliche Abscheu gegenüber Behinderten hat. Natürlich hat er auch seine Vorbehalte und kämpft nicht gerade darum Amys Freund zu werden, aber nachdem er sie erst kennengelernt hat sieht das ganz anders aus. Er ist sehr ruhig und hat ebenfalls nicht viele Freunde. Dazu kommt, dass er unter diversen Zwangsneurosen leidet, die er versucht zu verstecken und ihn auch einschränken. 


Somit haben beide so ihre Last zu tragen und passen so ja schon gut zusammen. Sie ergänzen sich, denn sie kann ihm helfen mit den Neurosen zu leben und er hilft ihr im Alltag. Ich finde den Gedanken wirklich total schön, immerhin werden Behinderte in unserer Gesellschaft immer noch oft ausgeschlossen, auch wenn das so gut wie niemand öffentlich zugibt. Außerdem zeigt es, dass sie trotz Behinderung helfen können und ein wichtiger Teil des Lebens werden können – ohne dabei zur Last zu fallen, so wie man es denken könnte. Mir ist klar, dass es keine echte Geschichte ist, aber trotzdem zeigt es einiges auf. 


Der Schreibstil ist wieder einmal Jugendbuchtypisch einfach gehalten, wobei es allein durch die gewählten Themen kein locker leichtes Sommerbuch ist. Es gibt viel Sarkasmus und Humor, mir wurde also nie langweilig. Beinahe das ganze Buch handelt ausschließlich von Amy und Matthew, ihren Gesprächen, dem E-Mail Verlauf von ihnen, ihre Gedanken und ihre Gefühle. Dabei lernt man sehr viel über die beiden kennen, so dass sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass mehr aufgezeigt werden würde, wie schwer behinderte Kinder es in der Schule wirklich haben, denn so wirkte es eher so, als wenn diese Kinder es immer relativ leicht hätten, zwar mit wenig Freunden, aber immerhin ohne Mobbing. Das entspricht nicht gerade meiner Erfahrung. Daher hätte mir ein bisschen weniger Friede Freude Eierkuchen gefallen.


Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, welches einem aufzeigt, dass jemand mit einer Behinderung einen nicht behindern muss und eine wahre Bereicherung sein kann. Eine wirklich tolle Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe.


[Rezension] Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

http://www.randomhouse.de/Buch/Das-unerhoerte-Leben-des-Alex-Woods-oder-warum-das-Universum-keinen-Plan-hat/Gavin-Extence/e426981.rhdhttp://www.amazon.de/unerh%C3%B6rte-Leben-Woods-Universum-keinen/dp/3809026336/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430758122&sr=8-1&keywords=alex+wood

Eine Geschichte, die erzählt, wie besonders Freundschaft sein kann
Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …




In „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ geht es – wen wundert es – um Alex Woods. Wir begleiten ihn 7 Jahre seines jungen Lebens, beginnend in seinem 10. Lebensjahr. Er ist besonders, denn er ist intelligent und denkt über vieles anders, als die meisten anderen seines Alters. Außerdem wirkt er auf mich sehr vernünftig  und reflektiert vieles. Trotz alledem ist er nicht gerade von Glück geprägt, denn ihm passieren immer wieder die wundersamsten Dinge – auf die ich nicht weiter eingehen mag, das sollte man ja schließlich selbst herausfinden. Die zweite überaus wichtige Person wäre Mr. Peterson, ein etwas griesgrämiger Mann, welcher abgeschieden und alleine lebt und eigentlich so gut wie immer stoned ist. Aufgrund eines unglücklichen Zufalles wird Alex dazu verdonnert, diesem zu helfen und so entwickelt sich eine ziemlich abgedrehte Freundschaft zwischen ihnen. Diese ist keine Freundschaft im herkömmlichen Sinne, sondern geht noch viel tiefer und weiter. Mr. Peterson ist eine sehr interessante Persönlichkeit, nicht, dass er im öffentlichen Leben stehen würde o.ä. sondern er ist sehr Zwiegestalten, mal sehr nett, mal sarkastisch, mal eher abweisend aber irgendwie trotzdem sympathisch. Wobei ich mich Frage, was Alex an ihm findet, immerhin ist er noch sehr jung. Die zwischen den beiden geschlossene Freundschaft geht mir zu schnell, plötzlich ist es irgendwann so – da hätte ich mehr etwas mehr Tiefgang gewünscht.


Auch die anderen Charaktere sind ganz nett, doch darüber geht es nicht hinaus. Sie besitzen keinen Tiefgang, sind eigentlich auch nur Beiwerk – nicht besonders wichtig, aber eben trotzdem da um eine Lücke zu füllen.


Der Schreibstil ist für mich sehr besonders und trotzdem leicht zu lesen. Alex erzählt einem die Geschichte und spricht einen sogar direkt an, wenn auch äußerst selten. Außerdem wirkt alles so, als wenn es eine Autobiografie wäre, und noch dazu realistisch. Ich habe Google befragt, dem ist nicht so. :D Es gibt so viele Passagen, welche teilweise schon leicht Philosophisch angehaucht sind und einfach total toll zu lesen, sie regen auch zum Nachdenken an  - oder eben zum empören, wenn man die Meinung nicht teilt. 


Es gibt ziemlich viele Zeitsprünge, was ich ja eigentlich absolut nicht leiden kann. Aber abgesehen von der Stelle, wo mir das Freundschaft schließen zu schnell ging, wurde nie etwas Wichtiges übersprungen, sondern es passt so wie es ist. Teilweise habe ich sie nicht einmal bemerkt, bis auf die Tatsache, dass Alex plötzlich älter war, als ich noch angenommen hatte. 


Das Ende ist ganz besonders. Einerseits ein Happy End und trotzdem tieftraurig und absolut kein Happy End. Um das zu verstehen, müsst ihr es wohl selbst lesen! :P



Alles in allem eine tiefgehende Geschichte, die mich sehr bewegt hat!

[Rezension] Andreas Gruber - Todesurteil

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Todesurteil-Thriller/Andreas-Gruber/e439881.rhdhttp://www.amazon.de/Todesurteil-Thriller-Andreas-Gruber/dp/3442480256/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430594919&sr=8-1&keywords=todesurteil
" In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …"

Es kam mir beinahe vor wie eine Ewigkeit - endlich konnte ich den zweiten Band rund um Sneijder und Nemez aus der Feder von Andreas Gruber lesen!

Der Schreibstil ist dem des ersten Bandes unverkennbar ähnlich und dementsprechend auch wieder mein Fall. Es gibt zwei Handlungsstränge, welche anfangs so wirken, als wenn sie miteinander überhaupt nichts zutun haben. Das gibt es zwar öfters, ich mag das aber nicht so gerne. Nach und nach ändert sich das natürlich, was bei mir nur auf Wohlwollen stößt.


Der Plot überzeugt durch Spannung und Action, auch wenn im Grunde auf altbekannte Thriller-Stilelemente zurückgegriffen wird. Altbewährtes verkauft sich einfach besser! Trotz der heutzutage schon beinahe ungewöhnlichen Länge von über 550 Seiten kam bei mir niemals Langeweile auf, denn durch geschicktes Fährten legen und einer konstanten Spannung wurde mir nie Langweilig. Im Gegenteil, ich habe es innerhalb kurzer Zeit verschlingt! Was ich jetzt übrigens bereue, wer weiß wie lange es dauert, bis der nächste Teil erscheint...


Ich wurde sehr oft in die Irre geführt und wusste alsbald nicht mehr, wem ich eigentlich noch trauen soll. Somit hätte ich alles und jedem im Verdacht und entfernte mich immer mehr von der Lösung - Hey, genauso sollte es auch sein.  Das ist im Grunde das Rezept zu einem guten Thriller, auch in diesem Falle. Im großen und Ganzen löst es sich aber schlüssig auf, doch Kleinigkeiten wirken leider weit hergeholt und zufällig. Das ist aber meckern auf hohem Niveau!


Sabine Nemez hatte bei mir ja bereits im letzten Band bereits rein gar nicht ausgelöst. Kein Mitgefühl etc, im Grunde ist sie mir als 'Mensch' immernoch egal, wobei ich nicht sagen kann, woran das liegt. Sneijder wiederum war mir total unsympathisch, doch mittlerweile lässt er hindurchblicken, dass seine exzentrische Art eine Fassade ist. Dadurch mauserte er sich für mich zu meinen Liebling in diesem Buch. Ich mag durchgeknallte Charaktere, vor allem wenn sie mit einer gesunden Portion Sarkasmus ausgestattet sind.


Todesurteil hat alles was ein guter Thriller braucht und wird daher von mir uneingeschränkt an alle Genre-Fans weiterempfohlen.