[Rezi] Melanie A. Downs - Meine 2 Leben

http://www.amazon.de/Meine-Leben-ging-wandelte-wieder/dp/1501000659/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1421188387&sr=8-2&keywords=melanie+a+downs
"Was würdest du denken, wenn du erwachst, und Ort und Zeit haben sich verändert. Nichts ist mehr so wie du es kanntest. Deine Erinnerungen an dein Leben sind frisch und stark, bis es am 03. Oktober 2003 dunkel um dich wird. Du erwachst am 28. März 2013 in einem fremden Bett neben einem fremden Mann und selbst dein Spiegelbild zeigt dich nicht so wie du es kennst. Was ist passiert in den 10 Jahren, die dir fehlen, wo sind die Kinder die du hattest. Wer sind die Menschen, die vorgeben deine Familie zu sein. Ein Rätsel muss gelöst werden, indem es die unglaublichsten Dinge zu entschlüsseln gilt, und in denen du die schützen musst, die du liebst..."
Melanie A. Downs wurde 1978 als Kind eines amerikanischen Soldaten und einer Deutschen in der wunderschönen Kätchenstadt Heilbronn geboren. Hier besuchte sie die Grundschule, später die Hauptschule. Bereits im zarten Alter von 15 Jahren begann sie mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, doch zuerst konzentrierte sie sich auf ihre schulische- und berufliche Laufbahn.
In der sie ihre Fachschulreife und eine Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau erfolgreich abschloss. Danach strebte sie die Fachhochschulreife an, erkannte aber dass dies nichts für sie war. Sie arbeitete schließlich in ihrem erlernten Beruf weiter, um 2002 in eine ganz andere Sparte zu wechseln, als Servicemitarbeiterin in einem Kinobetrieb. Wo sie bis 2006 blieb, denn in jenem Jahr wurde sie zum ersten Mal Mutter. Im Jahr 2010 wurde dann ihr zweites Kind geboren und der Wunsch etwas zu veröffentlichen wurde immer größer, so dass sie 2011 einige Kurzgeschichten auf dem Webportal Bookrix.de der Öffentlichkeit zugänglich machte. Dort sind ausgewählte Kurzgeschichten immer noch kostenlos zugänglich.
2014 wird sie als Freie-Autorin ihr erstes übersinnliches Drama "Meine 2 Leben" selbst veröffentlichen.
Momentan arbeitet, die Mutter zweier Kinder, an einer Urban-Fantasy-Roman-Serie, sowie ihrem ersten Krimi.


Zu finden ist sie im World Wide Web unter anderem auf
Pinterest: melidowns
Instagram: MELIDOWNS
Twitter: http://twitter.com/melidowns
Google+: Melanie Downs
Bookrix.de: www.bookrix.de/-melidowns
Facebook: www.facebook.com/MelanieADowns

Alex, oder auch Kim, habe ich ziemlich schnell lieb geworden. Sie ist eine sympathische, vernünftige und auch intelligente Frau, die man einfach nur ins Herz schließen kann. Ian ist ein wahrer Traummann, ich glaube, dass er echt keine Schwächen aufweist. Das schlimmste, was man ihm wohl vorwerfen könnte ist, dass er ein Workaholic ist. Leider ist er aber auch irgendwie ein wenig naiv, so glaubt er Kim-Alexs Theorien direkt, ohne auch nur viel zu hinterfragen, egal wie abergläubisch und unwirklich es auch sein mag. Ich hätte mir gewünscht, dass er mehr hinterfragt, vielleicht sogar einen kleinen Ausraster bekommt und sie als verrückt bezeichnet, irgendwie so etwas. Die Beziehung der beiden ging mir ein wenig zu schnell, aber wieso es so schnell geht, wird am Ende nochmal erklärt und wird von mir als logisch befunden. Alle anderen handelnden Personen, abgesehen natürlich vom Doktor, sind ebenfalls sehr liebenswürdige Personen, die man sich selbst auch nur um sich wünschen kann.

Die Story greift interessante Ansätze und Theorien auf, die ich mir sehr gut vorstellen könnte. Abgesehen von kleineren, unwichtigeren Ungereimtheiten (worauf ich gleich nochmals eingehe) wirkt alles logisch und realistisch. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass diese Geschichte so oder so ähnlich vorkommt, ohne dass wir es überhaupt merken würden.

Ein Beispiel für eine –meiner Meinung nach- Ungereimtheit:
Kim-Alex wacht in einem fremden Bett, neben einem fremden Mann auf. Ursprünglich ist sie deutsche, spricht dementsprechend Deutsch als Muttersprache, auch wenn sie englisch perfekt beherrscht. Sie wacht aber in Nordamerika auf und spricht Ian an, eigentlich müsste sie es doch auf Deutsch tun und er stutzig werden. Von sowas ist allerdings nicht die Rede, sie scheint automatisch englisch zu sprechen. Eine Zeit später fragt sie sich beim Fernsehen amerikanischer Sendungen, ob sie deutsch wohl noch versteht. Da ihre Erinnerungen allerdings alle aus Deutschland sind, sollte sie doch eigentlich auch auf Deutsch denken und es dementsprechend verstehen, oder?
Diese Ungereimtheiten halten sich aber wirklich in Grenzen und störten mich nicht zu sehr.

Das ganze Buch liest sich ein wenig wie eine Biographie, da es in Ich-Perspektive geschrieben wurde. Gerade dadurch war es unfassbar mitreißend und emotional, so konnte ich sozusagen in Kim-Alexs Kopf schauen. Leider gibt es noch einige Fehler im Buch, also Groß- und Kleinschreibung sowie Flüchtigkeitsfehler, die meinen Lesefluss etwas störten. Ich habe mich selber sozusagen gezwungen, diese zu übersehen, denn die Story selbst finde ich wirklich Klasse. Ich brauchte zwischendurch sogar immer mal wieder ein paar Minuten um das gelesene zu verarbeiten und auf mich wirken zu lassen, was absolut nicht negativ gemeint ist.

Update: Das Buch wurde mittlerweile rundum überarbeitet - ich kenne die überarbeitete Version nicht, denke aber, dass es nun schon viel besser sein sollte :-)

[Rezi] Damian Dibben - Jake Djones - Die Dynastie des Bösen (3)

"Jake Djones wagt erneut die gefährliche Reise in die Vergangenheit – ins Elisabethanische England Shakespeares, wo überall Mord und Verrat lauern, und weiter bis ins geheimnisvolle chinesische Kaiserreich. Die Hüter der Zeit sind auf der Jagd nach Xiang Xi, ihrem bislang mächtigsten Gegner, dessen grausames Ziel es ist, alle globalen Handelsrouten zu zerschlagen und den größten Teil der Weltbevölkerung auszulöschen. Mitten im Herzen dieses Konflikts liegt auch der Weg zu einem lange vermissten Familienmitglied: Wird Jake nach all der Zeit nun doch noch seinen geliebten Bruder wiedersehen?"
Bei der Buchgestaltung muss ich jetzt mal ganz gewaltig meckern - was wurde sich bei der Gestaltung der drei Bände gedacht? Jedes für sich ist wunderschön, aber sie passen einfach null zusammen und sehen auch im Regal nebeneinander nicht sonderlich passend aus. Das finde ich wirklich seeehr schade.


Endlich durfte auch ich den dritten Teil rund um Jake Djones lesen, worauf ich mich riesig gefreut hatte. 

Ich fand Jake ja von Anfang an sehr sympathisch und das hat sich nun auch nicht geändert, im Gegenteil, man merkt, dass er so langsam erwachsen wird, auch wenn er trotzdem noch ein Junge bleibt. Er ist nicht perfekt, stört damit aber nicht, sondern entspricht eher einem typischen Teenager, ohne dabei zu sehr ins Klischee abzudriften. Er ist ein „guter Junge“, der nie böse Absichten hegt oder andere verletzen will, auch wenn es in seinem jugendlichen Eifer manchmal nicht zu vermeiden ist. 

Bei Nathan und Topaz sieht das Ganze eher mau aus, ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich sonderlich weiterentwickeln, was ich echt schade finde. Vor allem störte mich, dass Topaz im Buch ganz plötzlich eine Art „Geistesblitz“ bekommt und dann –ACHTUNG SPOILER!- doch etwas von Jake will, nur weil dieser sich kurzzeitig mehr für Yoyo interessiert.

Charlie kommt nicht so häufig vor wie in den ersten beiden Bänden, was ich schade aber dennoch aushaltbar finde. Wie immer merkt man, dass er der vernünftigste von allen dreien ist.

Dieses Mal bekommen wir aber als Ersatz für Charlie einen neuen Charakter präsentiert: Yoyo. Yoyo wird von vielen nicht gemocht, sie kann vieles, weiß vieles, und macht daraus auch wirklich kein Geheimnis. Dieses passt vielen nicht, so dass andere nicht unbedingt Sympathie für sie hegen. Viele Seiten lang wusste ich nicht, ob man ihr vertrauen kann, oder ob sie eine Gefahr darstellt – das fand ich echt gut, denn so wurde das ganze nochmals spannender und folgte nicht einem so strengen Muster wie die vorangegangen Bände.

Und wieder einmal lässt Jake die Suche nach seinem Bruder nicht los, man spürt seine Verzweiflung förmlich, was mir sehr gefiel.

Auch an Spannung mangelte es mir dieses Mal nicht, definitiv hat Damian Dibben nochmal richtig aufgedreht, vor allem wenn man es mit den Vorgängern vergleicht. Der Schreibstil ist gewohnt angenehm, genau passend für die angestrebte Zielgruppe aber dennoch auch gut geeignet für Erwachsene. Ich glaube das erwähne ich bei jedem Band, aber ich finde es nach wie vor Klasse, dass man bei jedem Band etwas mehr über die jeweiligen Länder und Epochen lernt, ohne dass man mit wenigen oder gar keinen Vorkenntnissen verloren wäre. Ich zum  Beispiel habe davon keine Ahnung, habe dafür aber eine Menge lernen können, ohne dass es mich anstrengte. So hätte ich mir den Geschichtsunterricht gewünscht ;-)

Alles in allem der stärkste Band, ohne nennenswerte Mängel. Für Erwachsene allerdings nur dann geeignet, wenn man auf jugendlichere Storys steht.

[Rezi] Neil Gaiman - Der Ozean am Ende der Straße










"Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen - Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint."
"Der Engländer Neil Gaiman, 1960 geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie Der Sandmann bekannt. Neben den Romanen Niemalsland und Der Sternwanderer schrieb er zusammen mit Terry Pratchett Ein gutes Omen und verfasste über seinen Kollegen und Freund Douglas Adams die Biographie Keine Panik!. Er lebt seit einigen Jahren in den USA." Quelle: Amazon.de

Schön finde ich die Aufmachung des Buches, vor allem die Covergestaltung empfinde ich als gelungen. Es sind auch ein paar, wenn auch wenige, Zeichnungen vorhanden, die mir gut gefielen.

Es gibt Bücher, bei denen man nach dem Lesen wirklich nicht weiß, was man davon halten soll. „Der Ozean am Ende der Straße“ von Neil Gaiman gehört für mich dazu. Bereits während des Lesens habe ich festgestellt, dass mir die Motivation fehlt, ich einfach gar keine Lust dazu verspüre weiterzulesen, und das obwohl es nicht mal richtig schlecht ist. Das Buch konnte mich nicht packen, es war für mich bei weitem nicht so spannend, wie ich erwartet hatte. Irgendwie hätte ich anhand des Klappentextes mehr erwartet, schlussendlich wurden meine Erwartungen einfach nicht erfüllt, wobei ich denke, dass das Buch vielen anderen gefallen wird.


Der Schreibstil wollte mir nicht so recht gefallen, er ist nicht schwer oder unverständlich aber dennoch anstrengend für mich. So poetisch wie angepriesen fand ich ihn allerdings nicht, auch wenn es poetische Ansätze gibt. Ich wurde einfach nicht so recht warm damit und hatte das Gefühl, dass kein roter Faden verfolgt wird – mal wurde ich sehr auf Abstand gehalten und andererseits dann wieder tief hineingesogen. Es ist wirklich schwer zu erklären. Atmosphärisch kann ich nicht klagen, denn dieses scheint Gaimans Stärke zu sein. Einige Gegebenheiten empfinde ich als unpassend, in erster Linie den Schreibstil in Verbindung mit dem Alter des Protagonisten – denn dieser ist gerade einmal zarte 7 Jahre alt. Abgesehen davon erscheint mir einiges nicht logisch, was bei phantastischen Geschichten ja nicht unbedingt ungewöhnlich wäre, aber in diesem Fall stört es mich doch. Das hört sich alles negativer an, als ich es meine, denn einige positive Aspekte gibt es auch – vor allem bleibt mir dieses Buch im Kopf, und ich denke, dass wird auch noch eine Zeit lang so bleiben.


Am Ende bleiben für mich einige Fragen offen, was mich leider alles andere als begeistert zurück lässt. 

Alles in allem ein verwirrendes Buch, welches mich auch sehr verwirrt zurück lässt und es mir schwer macht, es zu bewerten.


[Interview] Jordis Lank

Ihr Lieben,

Ich hatte die wunderbare Freude Jordis Lank zu interviewen. Für all jene, die sie nicht kennen: Sie hat die "Raukland-Trilogie" geschrieben, wovon ich den ersten Band bereits hier rezensiert hatte. Mir gefiel es sehr und Jordis ist auch wirklich sehr, sehr nett - aber hey, bevor ich hier zu lange rumschwärme: Butter bei de Fische :D



Hallo Jordis! Schön, dass Du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Magst du uns ein wenig über dich erzählen?
Hallo Sarah - aber gerne doch!
Was gibt es über mich zu sagen ... also, ich lebe und schreibe im Bergischen Land, was aber nicht so heißt, weil es dort besonders bergig wäre, sondern weil der Name vom Grafen vom Berg kommt. Aufgewachsen bin ich in einem riesigen, halbwilden Garten mit vielen Tieren, der auch heute noch mein kleines Paradies ist. Ich war schon immer gerne draußen, Geocachen ist eins meiner Hobbies, ich jongliere seit vielen Jahren, ich reise gern  (vor allem in nordische Länder) und fürs Drinnen habe ich einen riesigen Brettspielestapel – neben vielen, vielen Büchern. Das Schreiben ist jedoch mein größtes und zeitintensivstes Hobby.

Du arbeitest im wissenschaftlich-technischen Bereich und interessierst dich dennoch sehr für die Natur, was alles andere als zusammenpasst. Würdest du dich selbst als einen sehr vielfältigen Mensch bezeichnen?
Nun ja, irgendwie waren Mathe und Naturwissenschaften so ziemlich das, was mir in der Schule am meisten Spaß machte, da bin ich in diesen Bereich reingerutscht ;) Mein Beruf hängt mehr mit dem Schreiben zusammen als mit der Natur: Ich programmiere spezielle Software und das Programmieren hat erstaunlich viel mit dem Schreiben von Romanen gemeinsam: beides hat einen kreativen und einen logischen Teil und gerade diese Kombination macht mir Spaß.
Die Liebe zur Natur habe ich von meinem Vater geerbt, der hat mir unheimlich viel darüber beigebracht. Ich hab mir zudem viel kindliches Staunen bewahrt und sehe überall kleine Dinge, über die ich mich freue – und wenn die Kranichschwärme über uns hinwegziehen, bin ich in Dauerekstase :D

Würdest du sagen, dass du persönliche Erfahrungen in deinen Büchern behandelt hast oder dich Situationen im Schreiben beeinflusst haben?
Ehrlich gesagt, kann es nie so recht glauben, wenn Autoren behaupten ihre Bücher haben rein gar nichts mit ihnen zu tun ;) In „Rauklands Sohn“ geht es zum Beispiel um Freundschaft, etwas, das mir schon immer sehr wichtig war. Ich fand den Gedanken, dass jemand, der noch nie Freundschaft erfahren hat, gezwungen ist einen Freund zu finden (zunächst in keiner guten Absicht) und dann mit dem machtvollen Gefühl, dass ihm vertraut wird konfrontiert wird, faszinierend. Zudem ist Ronan – der Protagonist der Raukland-Trilogie – ein absoluter Frühaufsteher, das hat er ganz klar von mir :-)

Wie kam dir denn die Idee zur Raukland-Trilogie?
Die Grundidee einer ganz besonderen Freundschaft war – wie oben erzählt – zuerst da. Raukland und vor allem Lannoch wurden jedoch in meinem Sehnsuchtsland Island geboren. Ich liebe die Einsamkeit dort, die Stille und die lichtdurchfluteten, dramatischen Landschaften und träume davon ein Jahr dort zu leben. Wer jemals dort oben gewesen ist, der wird einiges in Lannoch wiedererkennen.

Wie lange hast du für das Schreiben gebraucht?
Ewig. Rauklands Sohn als erster Band der Raukland-Trilogie ist mein Debut. Das heißt, ich musste erst einmal das Schreiben erlernen. Ich habe unzählige Schreibratgeber gelesen, dann Workshops besucht, andere Autoren als Testleser gesucht, war auf Recherchereise – Band 1 habe ich ungelogen fast 60 mal überarbeitet und das war auch gut so, gerade am ersten Buch lernt ein Autor unheimlich viel. Beim zweiten und dritten ging es dann schneller, aber ich brauche dennoch mindestens zwei Jahre pro Buch, eins um die erste Version zu schreiben und dann noch eines zum Überarbeiten.

Hast du dir vorher alles zurecht gelegt oder spontan drauflos geschrieben?
Beim ersten Buch habe ich einfach angefangen und drauflos geschrieben. Die Vorgehensweise finde ich rückblickend gar nicht mal so verkehrt: meine Geschichten werden allesamt von Figuren und deren Beziehungen getragen und dazu muss ich sie wirklich gut kennenlernen - das kann ich immer noch am besten beim Schreiben. Trotzdem war der erste Wurf ein ziemliches Trial und Error, ich wusste einfach noch nicht, wie ich gut und zielgerichtet arbeiten kann.
Bei den Folgebänden hatte ich dann einen Kapitelplan und ein Arbeitsexposé, da lief alles viel strukturierter ab. Aber das heißt nicht, dass die Figuren sich nicht immer mal wieder selbstständig machen und meinen Plot über den Haufen werfen oder dass völlig unerwartet Szenen vom Himmel fallen. Ich liebe das und es macht für mich die Magie des Schreibens aus, dieses Glücksgefühl, wenn sich eine ungeplante Szene auf einmal von selbst erzählt und ich kaum noch schnell genug tippen kann, um hinterher zu kommen – das macht süchtig :)

Ich bin neugierig, und ich denke ‚unsere‘ Leser auch: Kannst du uns ein Bild deines Arbeitsplatzes zeigen?
Mein Arbeitsplatz, der sieht so aus:

Meine Tastatur ist total abgenutzt, seht ihr die weißen Stellen unten am Rand? Manche Buchstaben wie E, S, N, A sowie Punkt, Komma und die Pfeiltasten haben gar keinen Aufdruck mehr, aber das macht nichts, ich tippe nämlich blind (und sehr schnell) und schreibe ohnehin gerne, wenn es im Raum stockdunkel ist. Dann gibt es nichts, was mich ablenken könnte, und ich kann wunderbar im Text versinken!
Die Pfeile oben rechts, das sind übrigens Broghans Wespenpfeile (die ihr kennt, wenn ihr Band 2 der Raukland Trilogie gelesen habt). Mit diesen Pfeilen und einem Langbogen durfte ich zusammen mit meinem Mittelalterexperten im Bregenzer Wald herumrennen – das war ein tolles Erlebnis!

Und hast du bestimmte Gewohnheiten, ohne die du nicht schreiben kannst?
Ganz wichtig ist die Teekanne, ohne Tee kann ich nämlich nicht schreiben. Na gut, ohne Tee funktioniere ich so ziemlich überhaupt nicht, zumindest brauche ich eine große Tasse davon, bevor mein Tag starten darf,
Dann höre ich gerne Musik, am liebsten über Kopfhörer. Ich habe eine riesige Sammlung an Soundtracks, die ich rauf und runter höre, es stört mich nämlich, wenn jemand singt, wenn ich schreibe.
Und dann neige ich dazu ziemlich viel Schokolade zu essen, wenn ich schreibe ... oder Kekse ... oder Gummibärchen ... oder ...

Denkst du, jetzt nach der Beendigung und Veröffentlichung der Trilogie, immer noch darüber nach, wie es weitergehen könnte? Wenn ja, kannst du uns ein wenig darüber erzählen?
Weiter mit Raukland, meinst du? Ich habe in der Tat große Probleme gehabt mich aus Raukland zu lösen. So viele Jahre habe ich mit den Figuren in ihrer Welt verbracht und selbst als das Wort ‚Ende‘ unter dem dritten Band stand, haben sie nicht aufgehört mir von sich zu erzählen. Aber die Trilogie war beendet, Ronans Geschichte erzählt, ich konnte und wollte nichts mehr aufschreiben. Wochen, nein, Monate hat es gedauert, bis ich ohne einen Anflug von Traurigkeit daran denken konnte, dass Raukland nun abgeschlossen war – ich hatte richtiggehend Heimweh.
Aber nun bin ich drüber weg und arbeite an einem neuen Projekt. Es wird also weitere Bücher und andere Figuren geben, aber Raukland wird immer etwas ganz besonderes sein. Irgendwann, wenn ich eine alte Omi bin, werde ich dann im Schaukelstuhl sitzen und mich zurück nach Raukland träumen – so lange müssen Ronan, Liam und all die anderen auf mich warten.

Gibt es abschließend noch etwas, was du uns mitteilen magst?
Wenn ich erzähle, dass ich Schreibe, höre ich oftmals ein sehnsuchtsvolles Seufzen und den Satz " das wollte ich schon immer mal machen!", gefolgt von einem "aber ...". Ich habe selbst massenhaft Abers gedacht, bevor ich endlich ernsthaft anfing zu schreiben, und dabei so viel verpasst: All die Welten, in die ich hätte eintauchen können, all die Figuren, die ich hätte kennenlernen können!
Was ich loswerden möchte: Wenn Ihr den Wunsch zu Schreiben in euch spürt - dann tut es. Nicht wegen einer möglichen Veröffentlichung oder um reich und berühmt zu werden (letzteres passiert ohnehin nur den allerwenigsten), sondern wegen dem Schreiben selbst. Schreiben ist ein viel intensiveres Erlebnis als das Lesen. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch - ein einzigartiges, großartiges Gefühl, das süchtig macht. Vielleicht wollt Ihr es ja mal ausprobieren?

Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte, liebe Sarah! Die Fragen haben viel Spaß gemacht :-)

Ich habe dir zu danken, liebe Jordis! :-)

[Vorstellung] Die Orimoto® Falttechnik

Hallöle! :D


Viele werden sich bei der Überschrift jetzt gedacht haben: Ori-Was? Daher erst mal eine kleine Kurzfassung, worum es sich dabei handelt.

Beim "Orimoto" handelt es sich um eine Faltkunst, bei welcher Schriftzüge oder auch Symbole in die Seiten von Büchern gefaltet werden. Die Seiten werden nicht beschnitten oder anderweitig zerstört, so dass das Buch danach theoretisch auch noch gelesen werden kann - ob man das will, nun, das ist eine andere Frage.

Das Wort "Orimoto" ist nicht wie vielleicht vermutet ein asiatischer Begriff, dennoch lehnt es sich an das Wort "Origami" an, welches wohl zweifelsohne aus dem asiatischen Bereich kommt. "Ori" bedeutet falten, daher hier naheliegend, und "Moto" bedeutet Buch. Es heißt also wortwörtlich "falten Buch" - hört sich nicht wirklich klasse an, aber ich finde "Orimoto" ist ein einprägsames und sehr passendes Wort dafür. 

Nehmen wir mal an, ihr wollte gerne ein Wort falten. Dann müsstet ihr dieses auf die Seitenzahl umrechnen und zeichnen. Ich finde das so zu kompliziert und es dauert auch viiiiiel zu lange, daher kann euch nur nahelegen, das Vorlagenprogramm von Dominik Meißner verwenden. Dort könnt ihr alles vorab einstellen, von Seitenanzahl bis Wunschtext, über vorgegebene Symbole, verschiedensten Schriftarten oder auch eigenen Formen. Ich denke, da ist für jeden etwas dabei. Die Falttechnik wurde wohl nicht von Dominik erfunden - sehr wohl aber Vorlagenblätter dafür zu benutzen. Für das Programm könnt/müsst ihr eine einmalige Gebühr bezahlen, was ich völlig in Ordnung finde, denn für ein fertiges/personalisiertes Vorlagenblatt von anderen Anbietern zahlt ihr fast genauso viel.  

Die genaue Falttechnik ist so schwierig zu erklären, ich verlinke euch unten noch Videos zum Thema.



Die ausgedruckte Vorlage sieht dann in etwa so aus (Seite 1 von 2):
Das Ganze ist etwas kniffelig und bedarf viel Geduld und auch Übung (wobei wohl mehr Geduld als Übung) und meine Ergebnisse sehen nicht halb so schön aus wie von Dominik Meissner, was aber auch daran liegt, dass ich einfach nicht die Geduld aufbringe, ordentlich genug zu falten.  Mein Freund bekommt das schon etwas besser hin. Ich zeige euch zuerst meinen ersten Versuch und danach zwei Beispiele von Dominik.


 Zur Falttechnik, ich finde folgendes Youtube Video ziemlich gelungen, auch wenn dort eine andere Vorlage genutzt wird: https://www.youtube.com/watch?v=Gm6kdGQit9g

Alternativ wird sie auch im Buch "Wir lieben Papier" vorgestellt, klick mich.

Auf der Homepage von Dominik Meißner findet ihr noch jede Menge anderer Beispiele, übrigens auch zum "herkömmlichen Origami" und natürlich das oben genannte Vorlagenprogramm. Ich selbst bin auf jedenfall total begeistert, auch wenn ich nicht unbedingt eines meiner Lieblingsbücher verwenden würde. :-)

Was haltet ihr von der Technik?


Quellen: Dominik Meißner, Orime.de